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Viele Kunden und leider auch einige Internet Provider verkennen die Komplexität eines DSL-Anschlusees, und die Folge ist häufig Hilflosigkeit auf beiden Seiten.
Richtig wäre meines Erachtens: a) Die Internet-Provider sollten den Kunden adäquate Unterstützung in Form von besseren Installations-Unterlagen geben und ihnen mit besser geschulten Call-Center-Mitarbeiter vernünftige Hilfestellung zur Verfügung stellen. b) Die Kunden sollten sich bei Ihrer DSL-Installation von Fachleuten beraten lassen, auch wenn das einige Euro kostet. Die Folge wären zufriedenere Kunden und weniger unqualifizierte Bewertungen, wie auch hier bei 'DSL Anbieter': (Verarsche, Abzocke, der letzte Dreck, Finger weg von ..., Müll, Nie wieder ..., usw.) Anbei der Versuch, zum Thema Download-/Upload-Datenraten und Antwortzeiten im Internet einige Erklärungen und Zusammenhänge wiederzugeben. Sie sind aus diversen Artikel zusammengetragen. Kleines Frage- und Antwortspiel: Kann ich die echten Down-/Upload-Datenraten zu meinem Provider messen und überprüfen? Die Leistung des Provider-Anschlussnetzes kann ich nur dann messen, wenn mein Provider einen solchen Test (=Applet Test) auf seinem Server anbietet. Dies ist leider bei den wenigsten Internet-Provider der Fall. Was für eine Geschwindigkeit messe ich bei der Benutzung eines der vielen Testservers, wie z.B. der von wieistmeineip.de oder speedtest.net? In diesem Fall messe ich nicht nur die Geschwindigkeit im Anschlußnetz meines Providers, sondern auch die Geschwindigkeit zwischen meinem Provider und dem angewählten Testserver (engl. Store and Forward). Dies kann mitunter zu höheren Abweichungen führen. Anbei einige Testrechner bzw. Adressen: http://wieistmeineip.de/ http://www.computerbild.de/dsltest/frameset.htm http://www.speedtest.net/ http://www.speedguide.net/speedtest/test.php?m_id=29 Das ist ein sehr leistungsfähiger Testrechner in Berlin mit einem 34 Mbit backbone. Der Rechner lädt z.B. bei 16000 Kbit/s 10 MB down und 3 MB up und liefert somit sehr realistische Werte. http://www.speedguide.net/speedtest/test.php?m_id=28 Ein weiterer leistungsfähiger Testrechner in Amsterdam mit 100 Mbit fullduplex und einer Bandbreite von 250GB/Monat. http://www.cnlab.ch/perftest/ (Nehmen Sie BlueWin, Green, Solnet, sunrise oder Fachhochschule Trier, gehen Sie (wenn angeboten) in den Expertenmodus). http://speedtest.netcologne.de/ Download verschieden großer Testdateien. http://test.chemtel.de/ (Download verschieden großer Testdateien, Netzwerkanschluß mit 1 GBit/Sekunde) http://www.kabeldeutschland.de/highs...speedtest.html (Kabel Deutschland - Speedtest) Bei Geschwindigkeitsproblemen, welche Faktoren können die Down-/Upload-Datenraten beeinflussen? Das können sehr unterschiedliche Faktoren sein, wie z.B. - Probleme auf dem eigenen PC (primär Einstellungen von MTU und RWIN) - Wird mit DSL-Modem und XP-eigenem PPPoE-Treiber gearbeitet, oder mit RASPPPOE? (Meines Erachtens sollte RASPPPOE nur bis max. DSL 6000 verwendet werden, bei DSL 16000 nur mit zusätzlichem Router.) - Probleme im lokalen Netz/Netzanschluß, inklusive WLAN - Probleme im Anschlußnetz des Service Providers - Probleme/Engpässe beim Übergang vom eigenen Provider zu anderen Netzen, z.B. zu Testserver - Probleme bei internationalen Verbindungen (=Peerings) - Der angesteuerte Test-Server liefert nicht die geforderte Leistung - Die verwendeten Testfiles sind zu klein. - Bei WLAN kostet die (sinnvollerweise) eingeschaltete Verschlüsselung (WEP, WPA, WPA2) wegen des Overheads etwas Performance (kann durchaus 15-20% ausmachen). Was ist bei der Messung der Antwortzeit zu berücksichtigen? Die Antwortzeiten sollten nicht mittels PING (ICMP) gemessen werden, sondern per Applet Test mittels eines SYN Pakets. Ping ist eigentlich nur als "Verbindungstest-Programm" zu verstehen Da PING- bzw. ICM-Pakete im Netze mit anderer Priorität als TCP-Daten-Pakete durchgeroutet werden, liefern die Ping-Messungen nicht die Antwortzeiten, welche für HTTP-Anfragen relevant sind. Die Resultate des Geschwindigkeitstests zeigen wesentlich kleinere Datenraten, als die in meinem Vertrag angegebene Datenrate. Ist das normal? Die meisten Internet Service Provider bieten einen so genannten "Best-Effort" Dienst an. Das heisst, es wird "nach bestem Wissen und Gewissen" versucht, die offerierte Download-Datenrate zu liefern. Es kann aber nicht garantiert werden, dass immer das Maximum erreicht wird. Falls die Download-Datenrate über mehrere Tage weniger als 90% der angebotenen Datenrate beträgt, dann dürfte ein Engpass oder ein Problem vorliegen. Warum messe ich manchmal unrealistisch hohe Datenraten? Dies kann als Ursache eine installierte HTTP-Proxy-Software haben. Eine solche Software ist zum Beispiel in GData Antivirenkit enthalten. Um richtige Resultate beim Geschwindigkeits-Test zu erhalten, sollten Sie möglichst zusätzliche Software abschalten oder einen anderen Rechner für die Messung verwenden. Sollten bei Ihnen so genannte Proxy-Server eingesetzt werden, kann es sein, dass Testfiles auf dem Proxy zwischengespeichert und anschliessend mit LAN-Geschwindigkeit weitergeleitet werden (diese wird dann fälschlicherweise als Download-Datenrate angezeigt). Was sollte ich vor der Meldung eines Problemes an meinen Provider beachten? - Der eigene PC und der lokale Netzanschluß sollten überprüft sein (MTU, RWIN, Signal/Rauschtoleranz, Leitungsdämpfung, WLAN-Interferenzen). Sind Modem bzw. Router OK und für die hohen Internet-Geschwindigkeiten überhaupt geeignet? Sind die neuesten Firmware-Updates installiert? Ist der Splitter OK? Ist das Telefon fälschlicherweise vor dem Splitter angeschlossen? - Besonderheiten bei Verwendung von DSL-Modem und XP-eigenem PPPoE-Treiber bzw. mit RASPPPOE berücksichtigt? - Bei Geschwindigkeitstest sollten mehrere Messungen, verteilt über mehrere Tage und möglichst zu verschiedenen Tageszeiten durchgeführt werden, um zu einer vernünftigen Aussage zu der Leistungsfähigkeit eines Anschlusses zu kommen. - Die Geschwindigkeitsmessungen sollten nicht durch andere paralell laufende Programme und Datenübertragungen verfälscht werden (VoIP-Telefonate, Downloads, Virenprogramme, Firewalls usw.) Was kann ich rechtlich tun, wenn mein DSL-Anschluß definitiv zu langsam ist? Hier ist folgendes zu wissen und zu berücksichtigen: - Der Provider muß eine definierte DSL-Geschwindigkeit nur liefern, wenn diese Leistung vertraglich garantiert wird. - Schickt bei Beschwerden der Provider einen Techniker zum Kunden, und der Techniker stellt beim Kunden fest, dass die Probleme in der Kundeninstallation liegen, dann hat der Kunde für den Technikeraufwand aufzukommen. - Wenn nach technischen Untersuchungen und belegbaren Geschwindigkeitstests alle Indizien dafür sprechen, dass die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit nicht erbracht wird, dann muß der Provider handeln. (Nach Aktivität seitens des Kunden: Fristsetzung von 2 Wochen zur Behebung des Mangels, Rücktrittserklärung vom Vertrag bei nicht fristgerechter Erfüllung, Forderung der Rückerstattung zuviel bezahlter Gebühren). - Sollte der Provider der Beseitung des reklamierten Mangels nicht bzw. nicht fristgemäß nachkommen, dann hat man als Kunde ein Sonderkündigungsrecht. Lehnt der Provider die Sonderkündigung ab, dann wird empfohlen, die Verbraucherzentrale einzuschalten. Schlußbemerkung: Bei Reklamationen, auch bei den Providern sitzen nur (teilweise zu wenig ausgebildete) Menschen, und deshalb gilt wie überall: Der Ton macht die Musik!Jason P.S. Den geneigten Lesern darf ich ergänzend die Lektüre meiner beiden weiteren Beiträge empfehlen: DSL-Geschwindigkeitoptimierung / Grundlagen, sowie DSL Verbindungs-/Geschwindigkeitsprobleme - Lösungen/Lösungsansätze Viele Spaß und viel Erfolg! Geändert von Jason (21.02.2008 um 15:34 Uhr) Grund: Ergänzungen |
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